Tag der Zahngesundheit 2018

Am 25. September findet bereits zum 28. Mal der Tag der Zahngesundheit statt. Durch den 1991 ins Leben gerufenen Aktionstag rückt einmal im Jahr die Mundgesundheit ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Der diesjährige Tag der Zahngesundheit steht unter dem Motto "Gesund beginnt im Mund - bei Handicap und Pflegebedarf". Hierbei steht die Mundgesundheit von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung im Fokus.

Aufgrund von Einschränkungen in der Bewegung und Motorik ist die Mundhygiene bei Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung oft schlechter und unzureichender als die des Bevölkerungsdurchschnitts. Das Risiko an Parodontal- und Mundschleimhauterkrankungen sowie Karies zu erkranken, ist bei dieser Bevölkerungsgruppe überdurchschnittlich hoch. Daher sollte das Pflegepersonal bzw. die pflegenden Angehörigen die Mundhöhle jeden Tag gründlich inspizieren. Hierbei sollte besonders auf Auffälligkeiten an den Zähnen, dem Zahnfleisch, der Mundschleimhaut sowie von Zunge und Rachen geachtet werden.

 

Sorgfältige Reinigung von Zähnen und Zahnfleisch

Ein gesunder Mund erhöht die Lebensqualität und ist ein wichtiger Beitrag für die allgemeine Gesundheit. Schmerzen im Mund, schlecht sitzender Zahnersatz oder gar Zahnverlust erschweren ganz alltägliche Dinge wie z. B.  Sprechen, Lachen, Essen und Schmecken. Eine aktive Teilnahme am Leben wird erschwert und negative Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit, wie z. B. Mangelernährung und Infektanfälligkeit sind die Folge.

 

Die Rolle des Pflegepersonals

Gerade bei älteren Menschen oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Beweglichkeit übernimmt das Pflegepersonal, neben der täglichen Grundpflege, wie z. B. Waschen, Kämmen und Ankleiden der pflegebedürftigen Person, auch teilweise oder vollständig die Mundhygiene. Viele Patienten besitzen noch eigene Zähne, die z. B. als Halteelement für Zahnersatz benötigt werden. Der Erhalt dieser Zähne erfordert eine gründliche Mundhygiene. Hier muss das Pflegepersonal oft sehr geduldig und sorgsam mit den Patienten umgehen. Auch Menschen mit Behinderung benötigen je nach Schwere der Einschränkung eine individuelle Unterstützung bei der Mundhygiene. Dies kann die Anleitung zum Zähneputzen, dass Nachputzen der gereinigten Zähne oder die Übernahme der vollständigen Zahnreinigung bedeuten. Gerade bei Menschen mit Behinderung kann eine Art Putzritual, welches immer nach dem gleichen Schema abläuft, sehr hilfreich sein und die Mundhygiene zur täglichen Routine werden lassen.

 

Neue präventive Leistungen

Ab 01. Juli 2018 stehen für Menschen mit einem Pflegegrad und viele Menschen mit Behinderung neue präventive Leistungen zur Verfügung. Diese Zahnvorsorge-Leistungen können bis zu zweimal jährlich von den Betroffenen in Anspruch genommen werden und von den Zahnärzten in der Praxis, in Pflegeeinrichtungen oder in häuslicher Umgebung durchgeführt werden.  Diese neu eingeführten Präventionsleisungen stellen eine Grundlage für die Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Behinderung und plfegebedürftigen Menschen dar.

Zu den neuen präventiven Leistungen gehören:

  • Erhebung des Mundgesundheitsstatus (inkl. Beurteilung von Pflegezustand von Zähnen, Zahnfleisch, Mundschleimhaut und ggfs. Zahnersatz)
  • Erstellung eines Mundgesundheitsplanes (inkl. individueller Mund- und Prothesenpflege)
  • Aufklärung über die Bedeutung der Mundhygiene
  • Hinweise zur Erhaltung der Mundgesundhet
  • Entfernen harter Zahnbeläge
Diese Präventivmaßnahmen sollten dazu beitragen, dass hohe Riskio für Karies, Parodontal- und Mundschleimhauterkrankungen für diese Bevölkerungsgruppen zu reduzieren. 

Zahnreinigung

Zur Gesunderhaltung von Zähnen und Zahnfleisch ist eine gründliche Zahnreinigung mit Massage von Zahnfleisch und Reinigung der Zunge zu empfehlen. Hierbei werden weiche Beläge, Speisereste und Plaque mit einer Zahnbürste mit dichten, abgerundeten Borsten entfernt. Damit auch in den Zahnzwischenräumen Essenreste und Bakterien entfernt werden können, eignen sich praktische Hilfsmittel wie z. B. Interdentalbürsten, Zahnseide oder Zahnhölzer. Da das Einfädeln der Zahnseide oft viel Geschick und Geduld erfordert, eignet sich Zahnseide wie die Easy Clean Zahnseidebögen. Diese sind bereits vorgespannt und können bequem mit einer Hand geführt werden. Gerade für das Pflegepersonal oder Angehörige sind Interdentalbürsten leichter zu handhaben als Zahnseide. Diese werden sanft am Zahnfleischrand durch den Zahnzwischenraum geführt und entfernen dort Speisereste und Beläge. Bei pflegebedürftigen Menschen, die eine Reinigung der Zähne mit Zahnbürste nicht tollerieren, eignen sich weiche Mundpflegestäbchen aus Schaumstoff um den Mundraum schonend zu säubern.

Prophylaxe