Scabies 

Die Krätzmilbe (Sarcoptes Scabiei) ist ein auf den Menschen spezialisierter Parasit, der die Krätze (Scabies) verursacht. Das weibliche, befruchtete Spinnentier gräbt tunnelförmige Gänge in die Hornschicht (Stratum corneum) des Menschen und legt dort sowohl Eier als auch Kotballen ab. Die Krätzmilbe verbleibt bis zu ihrem Tod in dem von ihr gegrabenen Gang, während die Larven nach dem Schlüpfen an die Hautoberfläche ausschwärmen und dort nach einem geeigneten Ort suchen, um sich zu einer Nymphe und später zu einer Milbe zu entwickeln. Bei einer Infektion mit wenigen Krätzmilben spricht man von einer «gewöhnlichen Scabies». Können sich die Milben aufgrund einer fehlenden Immunreaktion ungehindert vermehren, handelt es sich um eine «Scabies crustosa». 

 

Infektionsweg der Krätzmilbe

Die Krätzmilbe wird fast immer über direkten Hautkontakt übertragen. Da sich die Milbe nur sehr langsam fortbewegt, reicht ein kurzer Kontakt (z. B. Händeschütteln oder Umarmung) nicht aus, um Scabies zu übertragen. Deswegen infizieren sich meist Familienmitglieder oder Mitglieder einer Wohngemeinschaft, die einen engen Kontakt pflegen. Dies gilt allerdings nur beim Vorliegen einer gewöhnlichen Scabies. Besteht eine Scabies Crustosa, reicht bereits eine kurze Berührung, um Krätzmilben zu übertragen.


Gewöhnliche Scabies

Unter der gewöhnlichen Scabies versteht man die reguläre Erscheinungsform der Krätze mit einer überschaubaren Anzahl an Krätzmilben. Diese Form der Krätze kommt sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern vor, die ein intaktes Immunsystem haben. Das Immunsystem reagiert auf die Krätze und bekämpft sie, unter anderem auch durch das Kratzen, mit dem Milbengänge zerstört und eine gewisse Anzahl an Milben auch von der Haut entfernt werden.  Allerdings entstehen durch das Kratzen auch wunde Stellen, an denen es zu einer Sekundärinfektion, z. B. mit Staphylococcus aureus kommen kann. 

 

Ansteckungsgefahr:

Mäßig (Haut-zu-Haut-Kontakt muss über ca. 5-10 Minuten hinweg bestehen)

Prädilek­tions­stellen: 

Bereiche mit hoher Körpertemperatur und dünner Hornschicht, z. B. Nabel- und Leistenregion, Penisschaft, Interdigitalfalten der Hände und Füße

Symptome: 

  • Starker Juckreiz (verstärkt in der Nacht)
  • Komma-artige, unregelmäßige Milbengänge
  • Hautveränderungen, verursacht durch Immunreaktion des Körpers (z. B. Ekzem mit erythematösen Papeln, Bläschen und Papulo-Vesikeln)

Scabies crustosa

Unter Scabies crustosa (auch Krustenscabies oder Borkenkrätze) versteht man die hochansteckende, besonders stark ausgeprägte Variante der Scabies bei immunsupprimierten Patienten. Diese Form der Krätze tritt häufig auch bei Demenzpatienten oder bei Menschen mit Paresen auf. Im Gegensatz zur gewöhnlichen Krätze befinden sich hier mehrere Millionen Krätzmilben auf der Haut, die sich ungehindert vermehren können. Dadurch fällt das klinische Bild gänzlich anders aus als bei der gewöhnlichen Krätze.

 

Ansteckungsgefahr:

Hoch (eine kurze Berührung reicht bereits)


Prädilektionsstellen:

Identisch zur gewöhnlichen Scabies, jedoch schnell auch Ausbreitung auf andere Bereiche, wie z. B. Arme, Beine, Bauch, Rücken oder Gesicht.

 

Symptome

  • Diffuse Hyerkeratosen
  • Krusten und Borken auf erythematösem Grund
  • Meist wenig ausgeprägter bis fehlender Juckreiz (wegen fehlender, zellulärer Immunantwort)

Scabies-Diagnostik

Die Diagnostik der Scabies erfolgt zum einen anhand der klinischen Symptome (Hautveränderungen, ausgeprägter Juckreiz) und zum anderen über die Anamnese einer möglichen Exposition (z. B. Arbeit in einer Gemeinschaftseinrichtung). Um die Verdachtsmomente zu erhärten, wird allerdings der Nachweis des Vorhandenseins von Krätzmilben benötigt. Es gibt drei Möglichkeiten, des sicheren Nachweises von Scabies beim Menschen: 

  • Hautgeschabel
  • Klebeband-Test
  • Dermatoskopie

 

Hautgeschabsel zum Scabies-Nachweis

Beim Hautgeschabsel werden mit Hilfe eines Skalpells die oberen Hautschichten abgetragen. Da die Milbe nur bis in das Stratum corneum vordringt, werden bei dieser Untersuchungsmethode auch Krätzmilben, ihre Eier, Kotballen und zum Teil auch Larven erfasst. Unter dem Mikroskop kann Scabies dann schnell und sicher nachgewiesen werden. 

Klebebandtest zum Scabies-Nachweis

Beim Klebeband-Test wird durchsichtiges Klebeband in der Größe des Objektträgers auf die verdächtige Hautstelle aufgeklebt und dann ruckartig wieder abgezogen. Besonders wichtig ist es, ein stark klebendes, transparentes Band zu verwenden, um sicherzugehen, dass beim Abziehen auch wirklich Milben, deren Eier oder Kot auf der Klebefläche haften bleiben. Nachdem das Klebeband auf den Objektträger aufgebracht wurde, kann die Probe unter dem Mikroskop untersucht werden. 

 

Dermatoskopie zur Scabies-Diagnostik

Die Dermatoskopie zum Nachweis der Scabies hat das Ziel, Krätzmilben und ihre Gänge ausfindig zu machen. Es gibt bestimmte Zeichen, nach denen der Arzt Ausschau halten sollte. Das ist zum einen das «kite sign» (auch Winddrachen-Zeichen genannt), das typisch für das Vorhandensein von Krätzmilben ist. Kopf und Brustschild der Milbe erscheinen unter dem Dermatoskop wie ein bräunliches Dreieck. Zum anderen ist das «Kielwasserzeichen» typisch für das Vorhandensein von Scabies Milben. Der lufthaltige, in der Hornhaut befindliche Milbengang ist mit dem Dermatoskop gut zu erkennen. 


Die Scabies-Therapie

Eine Infektion mit Scabies ist bei Menschen mit einem gut funktionierenden Immunsystem sehr gut therapierbar. Es gibt verschiedene Antiscabiosa, die entweder topisch oder systemisch angewendet werden können. Meist sind topische Antiscabiosa das Mittel der Wahl, auf systemische Antiscabiosa wird vor allem dann zurückgegriffen, wenn wegen bestimmter Bedingungen eine ordnungsgemäße lokale Scabies-Therapie nicht möglich ist. 


Scabies-Diagnostik mit dem HEINE NC2 Dermatoskop

Während der Scabies-Nachweis mit Hautgeschabsel oder Klebeband eine höhere Spezifität aufweist, bietet die Scabies-Diagnostik mit dem Dermatoskop eine besonders hohe Sensitivität. 

Insbesondere wenn kein Mikroskop verfügbar ist, bietet die Dermatoskopie deswegen eine hervorragende Möglichkeit, Scabies schnell und sicher zu diagnostizieren.

 

HEINE Optotechnik bietet mit dem NC2 Dermatoskop das perfekte Instrument, um Scabies schnell und hygienisch nachzuweisen. Das handliche Dermatoskop lässt sich nämlich sowohl zur Auflichtdermatoskopie mit Kontaktflüssigkeit als auch zur kontaktfreien Dermatoskopie mit Hilfe von polarisiertem Licht einsetzen. Insbesondere bei der Scabies-Diagnostik ist eine kontaktfreie Untersuchung von großem Vorteil, weil dadurch eine Übertragung von Krätzemilben von einem infizierten auf einen nicht infizierten Patienten ausgeschlossen werden kann. 

 

Das HEINE NC2 Dermatoskop ist mit der leistungsstarken hauseigenen LED HQ Beleuchtung ausgestattet und liefert dank seinem achromatischen Optiksystem gestochen scharfe, hochaufgelöste Bilder. Dadurch erleichtert das Dermatoskop das Auffinden von «kite sings» und «Kielwasserzeichen».  

Die Untersuchung mit dem HEINE NC2 findet bei der kontaktlosen Dermatoskopie mit 6-facher Vergrößerung und einem Arbeitsabstand von 2cm statt. Bei Bedarf kann auf eine 10-fache Vergrößerung zurückgegriffen werden, indem die Kontaktscheibe aufgesetzt und eine klassische Auflicht-Dermatoskopie durchgeführt wird. In diesem Fall muss eine gründliche Aufbereitung der Kontaktscheibe erfolgen, um sicherzustellen, dass es nicht zu einer Übertragung von Scabies über das Dermatoskop kommen kann. 

Für das HEINE NC2 Dermatoskop ist eine Adapterschale erhältlich, mit deren Hilfe sich das Gerät mit einem kompatiblen Apple iPhone verbinden lässt. Dadurch kann die Scabies-Diagnostik sehr leicht dokumentiert werden. 

HEINE NC2 Dermatoskop zur Scabies-Diagnostik

    • Achromatisches Optiksystem
    • LED HQ Beleuchtung liefert helles, homogenes Licht
    • Präzisionsoptik mit 27mm Durchmesser, getreue Farbwiedergabe
    Ja/Nein
    Es können max. 4 Produkte miteinander verglichen werden.

    Bitte entfernen Sie ein anderes Produkt aus dem Vergleich, um dieses Produkt in den Produktvergleich aufnehmen zu können.

    Schnellansicht
    sofort lieferbar