Noroviren - hochinfektiös und widerstandsfähig

Das Norovirus ist ein unbehüllter RNA-Virus, der beim Menschen eine virale Gastroenteritis verursacht. Da bereits 10-100 Viruspartikel zu einer Infektion führen, gelten Noroviren als hoch infektiös. Die nachgewiesene Infektion mit Noroviren ist in Deutschland gemäß Infektionsschutzgesetz namentlich meldepflichtig. Eine saisonale Häufung von Neuinfektionen kann in Mitteleuropa jährlich zwischen Oktober/November und März beobachtet werden.

Noroviren haben eine hohe Temperaturresistenz (-20 bis +60°C) und sind relativ umweltstabil. Dadurch können sie selbst in Wasser bis zu mehrere Wochen lang überleben. Da das Norovirus als unbehüllter Virus eine höhere Resistenz gegenüber chemischen und physikalischen Verfahren aufweist, werden zur Inaktivierung besonders leistungsstarke Desinfektionsmittel benötigt. 

Die Behandlung einer Norovirus-Infektion erfolgt rein symptomatisch über einen Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes. Antibiotika sind wirkungslos. 

Norovirus-Infektion

Noroviren und ihre Übertragungswege 

Grundsätzlich werden Noroviren über Kontakt- bzw. Schmierinfektion übertragen. Die Ausscheidung der Viren durch eine infizierte Person erfolgt über Stuhl und Erbrochenes. Die Übertragung an sich ist fäkal-oral, muss aber nicht durch direkten Hautkontakt erfolgen. Noroviren können auch indirekt über das gemeinsame Berühren von Gegenständen, wie z. B. Türklinken oder Tastaturen, übertragen werden. Dieser Übertragungsweg wird durch die hohe Umwelt- und Temperaturstabilität und die geringe Anzahl an Viren, die bereits zu einer Infektion führen können, begünstigt. 
Weitere Übertragungswege für das Norovirus sind das Einatmen der Aerosole von Erbrochenem infizierter Personen sowie das Essen oder Trinken von kontaminierten Lebensmitteln (beispielsweise Wasser). 

Die Ansteckungsgefahr ist während der akuten Phase der Erkrankung und bis zu 48 Stunden danach am höchsten. Doch auch nachdem die Erkrankung auskuriert ist, können Patienten noch bis zu zwei Wochen lang Noroviren ausscheiden. In Einzelfällen sind Patienten noch mehrere Wochen nach überstandener Krankheit ansteckend. 

Besonders gefährlich sind Krankheitsausbrüche in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Kindergärten, Altenheime oder Krankenhäuser, da sich Infektionen dort besonders gut ausbreiten können. In solchen Einrichtungen müssen schnell gezielte Gegenmaßnahmen (Hygienevorkehrungen, Isolationsmaßnahmen, etc.) ergriffen werden. 



Hygiene zur Prävention einer Norovirus-Infektion 

Da für das Norovirus bislang keine Impfung existiert, baut die Infektionsprophylaxe auf das Einhalten strenger Hygienevorschriften. Dadurch soll die Übertragung der hochinfektiösen Viren in Gemeinschaftseinrichtungen, Arztpraxen und Krankenhäusern, aber auch im privaten Umfeld verhindert werden. 

Der Patient selbst kann durch das regelmäßige Waschen der Hände und die Verwendung eines separaten Handtuchs sowie durch die regelmäßige Desinfektion von WC und Waschbecken zur Infektionsprophylaxe im häuslichen Umfeld beitragen. 

In Einrichtungen des Gesundheitswesens spielt vor allem die Flächendesinfektion mit viruzid wirksamen Flächendesinfektionsmitteln (z. B. Meliseptol rapid) und die Händedesinfektion mit viruziden Händedesinfektionsmitteln (z. B. Promanum pure) eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Norovirus. Patientennahe Kontaktflächen sollten mindestens einmal täglich, Sanitärbereiche am besten mehrmals täglich desinfiziert werden. Die Händedesinfektion muss nach dem Ablegen der Einmalhandschuhe und vor dem Verlassen des Zimmers, in dem der Erkrankte sich befindet, erfolgen. 
Medizinische Schutzkleidung wie Einmalhandschuhe, Schutzkittel und ggf. sogar Atemschutzmasken tragen ebenfalls zur Infektionsprophylaxe bei.  

Einmalhandschuhe zur Untersuchung und Pflege von Patienten mit Norovirus