Multiresistente Erreger - gefürchtet von Patienten und medizinischem Personal 

Die Angst vor multiresistenten Erregern ist im Gesundheitswesen allgegenwärtig. Von den 400.000 bis 600.000 nosokomialen Infektionen, die jährlich in Deutschland auftreten, entfallen ca. 35.000 auf multiresistente Erreger. Kein Wunder also, dass in einer repräsentativen Umfrage, die 2015 im Auftrag der Asklepios-Kliniken durchgeführt wurde, 65% der Deutschen angaben, dass sie sich bei einem Klinikaufenthalt vor einer Ansteckung mit MRE und insbesondere MRSA fürchten.

Die Übertragung von MRE bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass es zu einer Infektion kommt. Multiresistente Erreger sind nicht pathogener als antibiotika-sensible Bakterien und führen nicht automatisch zu einem Krankheitsausbruch. Im Falle eines Ausbruchs sind sie allerdings durch die eingeschränkten Therapieoptionen schwerer zu behandeln, so dass es vor allem bei immungeschwächten Patienten zu schweren Verläufen kommen kann. In den letzten Jahren ist ein allmählicher Rückgang von MRSA (Methicillin resistenter Staphylococcus aureus) zu beobachten, dafür sind 3- und 4-MRGN (multiresistente gram-negative Erreger) auf dem Vormarsch.
Infektionen mit MRSA führen zu einer um bis zu 64% höheren Sterblichkeit gegenüber Infektionen mit antibiotikasensiblen Bakterien und MRGN erhöhen die Sterblichkeit bei einer Blutstrominfektion sogar um das 3-6-fache.  

Quelle: RKI, DMW


Auslöser für die Entstehung multiresistenter Erreger

Unzuverlässige Medikamenteneinnahme:
Eine fehlerhafte Einnahme von Antibiotika unterstützt die Vermehrung von Natur aus resistenten Bakterien
Unnötige Medikamentengabe:
Bei Virusinfektionen verabreichte Antibiotika sorgen dafür, dass sich durch natürliche Mutation resistente Bakterien besser vermehren können. 
Antibiotikaeinsatz in der Lebensmittelindustrie: Antibiotika gelangen durch den Verzehr des antibiotikahaltigen Fleisches in den Organismus und fördern die Selektion resistenter Bakterien.
Unnötige Gabe von Breitband-Antibiotika:
Fördert die Selektion multiresistenter Bakterien.
Fehlerhafter Einsatz von Desinfektionsmitteln:
Insbesondere die zu geringe Dosierung oder die zu geringe Einwirkzeit von Desinfektionsmitteln kann die Entstehung resistenter Bakterien fördern. 

MRE in Krankenhäusern

Die Wahrscheinlichkeit, sich mit multiresistenten Erregern zu infizieren, ist in Krankenhäusern besonders hoch. Das liegt zum einen an der hohen Patienten- und Besucherfrequenz in Krankenhäusern und Kliniken. Die Erreger werden von außen hereingetragen und direkt durch Hautkontakt oder indirekt, z. B. über Türklinken oder Handläufe, übertragen. Und zum anderen an der hohen Zahl an Patienten, die verschiedene Risikofaktoren aufweisen. Außerdem ist durch Wunden oder medizinische Hilfsmittel, wie Katheter oder Schläuche, bei vielen Patienten die Hautbarriere unterbrochen, so dass Bakterien aus der Hautflora unter die Haut gelangen und dort zu Infektionen führen können.

Die häufigsten, durch MRE ausgelösten Krankenhausinfektionen, sind dadurch leicht nachvollziehbar:

  • Harnwegsinfektionen 
  • Wundinfektionen 
  • Atemwegsinfektionen 
  • Sepsen

Prinzipiell ist eine Kolonisation mit multiresistenten Erregern zunächst einmal nicht problematisch, da die Keime nicht aggressiver sind als antibiotika-sensible Erreger. Bei gesunden Menschen mit einem guten Immunsystem kommt es meist erst gar nicht zu einer Infektion und die Betroffenen bemerken in der Regel nichts von der Kolonisation mit MRE. Werden die Erreger allerdings auf Risikopatienten übertragen, kann es zu einem Krankheitsausbruch kommen.

 

Besonders gefährdet für MRE-Infektionen sind folgende Patientengruppen:

  • Menschen mit häufigen Krankenhausaufenthalten
  • Menschen, die häufig Antibiotika bekommen
  • Menschen mit chronischen Wunden
  • Menschen mit lang andauernder Pflegebedürftigkeit 
  • Menschen mit Blasenkathetern, ZVKs oder Beatmungsschläuchen
  • Menschen mit Diabetes, HIV oder Hepatitis
  • Immun-supprimierte Patienten

Auch die Ansteckungsgefahr ist nicht in allen Krankenhausbereichen gleich hoch. Insbesondere Intensivstationen, Neugeborenen-Stationen und Stationen mit immungeschwächten Patienten bergen ein höheres Risiko für eine Ansteckung mit multiresistenten Erregern. 


Prozentuales Auftreten verschiedener resistenter Erreger in Europa

Die nachfolgende Grafik macht deutlich, wie hoch der Anteil der resistenten Bakterien an der Gesamtzahl der jeweiligen Bakterien ist. Die Diagramme beziehen sich auf vier Bakterienarten, die in Europa häufig für nosokomiale Infektionen verantwortlich sind. Darüber hinaus haben wir Ihnen die von den jeweiligen Bakterien in der Regel ausgelösten Erkrankungen aufgelistet. 

Quelle: European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)

Escherichia Coli (Aminopenicillin-resistent)

Häufig durch E.Coli ausgelöste Erkrankungen:

  • Harnwegsinfektion
  • Sepsis
  • Peritonitis
  • Cholangitis
  • Wundinfektion

Enterococcus faecalis (Gentamycin-resistent)

Häufig durch E. faecalis verursachte Erkrankungen:

  • Harnwegsinfektion
  • Sepsis
  • Peritonitis

Klebsiella pneumoniae (resistent gegen Cephalosporine der 3. Generation)

Häufig durch Klebsiella pneumoniae verursachte Erkrankungen: 

  • Harnwegsinfektionen
  • Pneumonie
  • Sepsis
  • Meningitis

Pseudomonas aeruginosa (Fluorchinolon-resistent)

Häufig durch Pseudomonas aeruginosa ausgelöste Krankheiten: 

  • Pneumonie
  • Harnwegsinfektion
  • Hautinfektion
  • Otitis externa/media
  • Infektionen des Auges
  • Neonatologische Infektionen (z. B. Neugeborenensepsis, Nabelinfektion, Meningitis)

 

Schutzmaßnahmen vor MRE Übertragungen in Arztpraxen und Krankenhäusern


Basishygiene

Da multiresistente Erreger, wie z. B. MRSA, vor allem durch Schmier- und Tröpfchen-Infektion übertragen werden, ist es wichtig, die entsprechenden Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um eine Übertragung von Besucher zu Patient, von Patient zu Patient oder von medizinischem Personal zum Patienten zu verhindern. Die Basishygiene spielt hier eine zentrale Rolle, da sie sicherstellt, dass die multiresistenten Erreger zuverlässig inaktiviert werden und somit nicht mehr zu einer Infektion führen können.

Die Basishygiene umfasst folgende Maßnahmen:

  • Regelmäßige und vorschriftsgemäße Händedesinfektion 
  • Sachgemäße Reinigung und Desinfektion von Kontaktflächen und Medizinprodukten
  • Korrekter Umgang mit der persönlichen Schutzausrüstung (Handschuhe, Mundschutz, Kittel, etc.)

Kontrolle der Antibiotika-Anwendungen

Da die Gründe für das Auftreten antibiotika-resistenter Bakterien zu einem großen Teil in der Gabe falscher Antibiotika, der schlechten Compliance des Patienten in Bezug auf die Antibiotika-Einnahme und in der unnötigen Antibiotika-Verabreichung zu suchen sind, ist es wichtig, dass diese Faktoren während des Krankenhausaufenthaltes ausgeschlossen werden können.

Das bedeutet, dass Antibiotika nur dann verabreicht werden dürfen, wenn eine bakterielle Infektion nachgewiesen wurde, dass vor der Medikamentengabe abgeklärt wurde, welches Antibiotikum das passende ist und dass der Patient das Medikament so verabreicht bekommt, dass es nicht zum vorzeitigen Abbruch der Therapie oder zu einer fehlerhaften Einnahme des Medikaments in Bezug auf Uhrzeit oder Dosis kommen kann. 

Die Bedeutung der Händedesinfektion bei der MRE-Prävention

Die Hände sind der wichtigste Übertragungsweg für multiresistente Erreger. Insbesondere die Hände des medizinischen Personals verbreiten die Bakterien oft unbeabsichtigt innerhalb der medizinischen Einrichtung. Doch dieser Übertragungsweg lässt sich mit einfachen Maßnahmen zuverlässig durchbrechen. Händedesinfektion ist hier das Schlagwort. Durch die technisch korrekt durchgeführte und vor allem regelmäßige Desinfektion der Hände können die multiresistenten Keime zuverlässig inaktiviert werden, so dass sie keine Gefahr mehr darstellen. Häufig scheitert die Händedesinfektion jedoch an der Compliance des medizinischen Personals.

 

Folgende Gründe für eine schlechte Compliance bei der Händedesinfektion werden häufig genannt: 

  • Schlechte Hautverträglichkeit der zur Verfügung stehenden Händedesinfektionsmittel
  • Mangelndes Problembewusstsein
  • Schlechte Vorbilder unter den Kollegen und Vorgesetzten
  • Unklare Hygienevorschriften
  • Wissenslücken im Bezug auf die Händehygiene
  • Mangelnde Disziplin
  • Keine Konsequenzen bei Nicht-Einhalten der Hygienevorschriften  


Dabei können alkoholische Händedesinfektionsmittel 99,99% der Bakterien, auch multiresistente Erreger, inaktivieren und somit die Übertragung durch die Hände des medizinischen Personals verhindern.
Die hygienische Händedesinfektion birgt ein großes Potential bei der Vermeidung nosokomialer Infektionen. Deswegen werden in regelmäßigen Abständen Kampagnen gestartet, die auf die Bedeutung der Händedesinfektion aufmerksam machen sollen. 


Händehygiene für Besucher vermeidet die Erreger-Verschleppung

Ebenso wie das medizinische Personal haben auch die Besucher in der Regel Hautkontakt zum Patienten. Egal ob es sich um einen Patienten handelt, bei dem z. B. MRSA nachgewiesen wurde oder ob der Besucher bei einem Patienten war, der nicht auf MRE getestet wurde, wichtig ist, dass die Besucher sich vor dem Verlassen des Krankenhauses die Hände vorschriftsgemäß desinfizieren. Dadurch wird vermieden, dass die multiresistenten Erreger aus dem Krankenhaus ins häusliche Umfeld und dort evtl. zu einem immungeschwächten Familienmitglied verschleppt werden.

Aber auch umgekehrt kann es vorkommen, dass Besucher unwissentlich resistente Bakterien ins Krankenhaus bringen. Deswegen sollten Besucher schon beim Betreten des Krankenhauses zur Händedesinfektion angehalten werden.

Um sicherzustellen, dass Besucher eine Händedesinfektion durchführen, sollten Desinfektionsstationen mit entsprechenden Hinweisschildern gut sichtbar und leicht erreichbar schon im Eingangs- und Ausgangsbereich des Krankenhauses aufgebaut sein. Aber auch auf den einzelnen Stationen sollte es Besuchern möglich sein, ihre Hände zu desinfizieren. Durch eine gute Sichtbarkeit und eine verständliche Anleitung kann die Bereitschaft zur Händedesinfektion bei Besuchern erheblich gesteigert werden.


Händedesinfektion richtig durchführen 

Die fehlerhafte Durchführung der hygienischen Händedesinfektion erhöht nicht nur das Risiko einer ungewollten Infektionsübertragung, sondern kann auch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim medizinischen Personal führen.

    Korrekte Vorgehensweise bei der Händedesinfektion 

    • Anwendung nur auf trockenen, nicht sichtbar kontaminierten Händen
    • Ca. 3 - 5ml Desinfektionsmittel verwenden (eine hohle Hand voll)
    • Die Hände während der gesamten Einwirkzeit feucht halten
    • Eigenverantwortliche Einreibemethode! Fingerspitzen, Nagelfalze und Daumen nicht vergessen!

     

    Die Hände sollten nach der Desinfektion nicht gewaschen werden, da dies zu einer Entfettung der Haut und zur Störung der Hautbarriere führen kann. Trockene, rissige Hände bis hin zum Ekzem sind meist auf zu häufiges Händewaschen und eine falsche Händehygiene zurückzuführen. Alkoholische Händedesinfektionsmittel führen nicht zu einer Hautschädigung und sollten der Händewaschung in jedem Fall vorgezogen werden. Wird die Händedesinfektion nicht richtig durchgeführt (zu wenig Präparat, Auslassen der besonders keimbelasteten Bereiche), werden u.U. nicht alle Keime abgetötet, so dass es trotz Desinfektion zu einer Infektionsübertragung durch die Hände kommen kann. 

    Quelle: Paul Hartmann AG (Storygrafik Antibiotikaresistenzen mit Hygiene vorbeugen)


    Hygienische Händedesinfektion

    Hygienische Händedesinfektion

    Die hygienische Händedesinfektion ist die wichtigste Einzelmaßnahme zur Unterbrechung der Infektionskette in Bezug auf multiresistente Erreger und nosokomiale Infektionen. In unserer Themenwelt «Hygienische Händedesinfektion» haben wir Ihnen deswegen alle wichtigen Informationen rund um die Händedesinfektion, von der Durchführung über Fehlerquellen bis hin zur Auswahl des passenden Desinfektionsmittels, zusammengestellt.

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