Hautkrebs - die unterschätzte Gefahr

Haut und Hautkrebs 

Die Haut ist nicht nur das größte, sondern auch das funktionell vielseitigste Organ des Menschen. Beim Erwachsenen umfasst sie eine Fläche von ca. 1,7m². Zu ihren Aufgaben gehört nicht nur der Schutz des Organismus vor Krankheitserregern, mechanischen Verletzungen, Strahlenschäden und Fremdsubstanzen, sondern auch der Stoffaustausch, die Wärmeregulation und die Funktion als Kontakt- und Sinnesorgan. 

Die Haut besteht aus Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subcutis). Zu ihr gehören nicht nur Anhänge, wie z. B. Haare, sondern auch verschiedene Drüsen und Sinnesrezeptoren. 

Durch verschiedene Faktoren kann es passieren, dass das Erbgut in den Hautzellen geschädigt wird und die Hautzellen Krebszellen produzieren, die nicht mehr aufhören sich zu teilen. Auch wenn das Abwehrsystem des Körpers solche Zellen bekämpft, kann es trotzdem passieren, dass eine Zelle nicht eliminiert wird und sich ein Krebsgeschwür entwickelt. Die Tumore werden nach dem Zelltyp genannt, aus dem sie entstanden sind. Der schwarze Hautkrebs wird auch als malignes Melanom bezeichnet, da er aus Melanozyten (Pigmentzellen) entsteht. Bei weißem Hautkrebs kann man zwischen Basaliomen (entstanden aus Basalzellen) und Spinaliomen (entstanden aus den Stachelzellen der Haut) unterscheiden. 


Hautkrebsarten

Krebsart Inzidenz (pro 100.000 Einwohner/Jahr)
Basalzellkarzinom 100
Plattenepithelkarzinom 25-30
Malignes Melanom 13-15
Dermatofibrosarcoma protuberans 0,8-5
Merkelzellkarzinom
0,1-0,3
Kaposi-Sarkom  0,02-0,05

Hautkrebs - die wichtigsten Risikofaktoren


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Erbliche Veranlagung

Bei Menschen, in deren Familie bereits Hautkrebs aufgetreten ist, besteht ein erhöhtes Risiko, selbst ebenfalls an Hautkrebs zu erkranken.




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Häufige Sonnenbrände

Bei Menschen, die in ihrem Leben und besonders in der Kindheit viele Sonnenbrände hatten, kommt es besonders häufig zur Entstehung von Hautkrebs. 




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Intensive UV-Exposition

Wird die Haut häufig starker UV-Strahlung ausgesetzt, beispielsweise bei ausgedehnten Sonnenbädern ohne ausreichenden UV-Schutz oder Besuchen im Solarium, kann es zu Veränderungen im Erbgut kommen, aus denen Hautkrebs entstehen kann.


Hautkrebs-Prävention

Da UV-Strahlung einer der größten Risikofaktoren für die Entstehung von Hautkrebs ist, dreht sich bei der Hautkrebs-Prävention alles um den richtigen Umgang mit Sonne und Solarium.

Prinzipiell sollten möglichst wenige Sonnenbäder genommen werden. Den besten Schutz vor der Sonne bietet Kleidung - auf eine Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung sollte keinesfalls verzichtet werden, da Kopfhaut und Augen besonders empfindlich sind und eines zusätzlichen Schutzes bedürfen. Grundsätzlich sollte die Haut langsam an die Sonne gewöhnt und ihr nicht zu lange am Stück ausgesetzt werden. Um mit einer Sonnencreme einen ausreichenden Sonnenschutz zu erreichen, muss nicht nur ein ausreichend hoher Lichtschutzfaktor verwendet werden, sondern auch genügend Creme. Ca. 30 - 40ml werden bei Erwachsenen für das Eincremen des gesamten Körpers benötigt. Je heller der Hauttyp desto höher sollte der Lichtschutzfaktor der Sonnencreme sein. Durch eine wasserfeste Sonnencreme bleibt der Schutz auch beim Baden und Schwitzen erhalten - ein regelmäßiges Nachcremen ist allerdings auch bei wasserfester Sonnencreme alle 2 Stunden erforderlich. Da jeder Sonnenbrand im Kindesalter das Hautkrebs-Risiko erhöht, sollten Babys und Kinder der prallen Sonne gar nicht erst ausgesetzt werden. Solarien bergen ein hohes Risiko, da die künstlichen UV-Strahlen ebenso wie die natürlichen UV-Strahlen Hautkrebserkrankungen auslösen können. Deswegen sollte auf die Nutzung von Solarien am besten gänzlich verzichtet werden. Von vielen wird die Gefahr der Sonnenstrahlung im Gebirge unterschätzt. Da mit zunehmender Höhe die UV-Strahlung zunimmt und Schnee die Strahlung zusätzlich noch reflektiert, ist ein ausreichender Sonnenschutz bei Aktivitäten im Hochgebirge unerlässlich. 

ABCDE-Regel zur Hautkrebs-Erkennung

Weißer Hautkrebs Fakten

Weißer Hautkrebs 

Unter den Oberbegriff "Weißer Hautkrebs" fallen Basaliome, also Basalzellkarzinome und Spinaliome (aus Stachelzellen entstandene Plattenepithelkarzinome). Der weiße Hautkrebs ist mit insgesamt über 200.000 Erkrankungen pro Jahr die häufigste Hautkrebsart. 

Das Basaliom ist dafür bekannt, dass es über Jahre/Jahrzehnte hinweg langsam wächst. Deswegen tritt es meist bei 50-60-Jährigen auf. Es entsteht in der Regel dort, wo die Haut intensiver UV-Strahlung ausgesetzt war - also an Kopf und Hals. Die Bildung von Metastasen ist bei diesem Tumor äußerst selten. Die Heilungschancen bei frühzeitiger Diagnose liegen bei ca. 95%.  
Auch das Spinaliom kommt überwiegend an Hautstellen vor, die intensiver UV-Strahlung ausgesetzt waren. Die Erkrankung tritt meist bei Patienten ab 50 Jahren auf. Das Spinaliom kann Metastasen bilden, was aber in der Regel erst ab einer bestimmten Tumorgröße vorkommt. Je kleiner das Spinaliom, desto besser die Heilungschancen.


Schwarzer Hautkrebs

Das Maligne Melanom, auch bekannt als Schwarzer Hautkrebs, ist ein Tumor, der aus Pigmentzellen (Melanozyten) entsteht und prinzipiell überall am Körper auftreten kann. Er gilt als hochgradig bösartig und als die gefährlichste Art von Hautkrebs, weil er dazu neigt, früh Metastasen über die Blut- und Lymphbahn zu streuen.

Als Risikofaktoren für die Entstehung von schwarzem Hautkrebs gelten unter anderem eine hohe Anzahl an Pigmentmalen, ein heller Hauttyp und wiederkehrende intensive UV-Expositionen. Zwar ist die Häufigkeit des Malignen Melanoms niedriger als die von weißem Hautkrebs - allerdings ist die Tendenz in den letzten Jahren stetig steigend. Bei Frauen zwischen 20 und 29 ist schwarzer Hautkrebs die häufigste Krebsart - bei Männern im gleichen Alter die zweithäufigste. Etwa alle sieben Jahre verdoppelt sich die Zahl der an einem Melanom erkrankten Patienten. Wird das Maligne Melanom frühzeitig erkannt und behandelt, liegt die Heilungschance bei fast 100%. Allerdings sinken die Heilungschancen rapide je später der Tumor entdeckt wird. 

Schwarzer Hautkrebs Fakten

Hautkrebsscreening kann Leben retten

Seit dem 1.Juli 2008 haben alle in Deutschland gesetzlich versicherten Patienten ab 35 Jahren alle 2 Jahre Anspruch auf die Durchführung einer Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs. Das so genannte Hautkrebsscreening wird von Haut- und Hausärzten durchgeführt, die eine anerkannte Fortbildung absolviert haben. Beim Hautkrebs-Screening handelt es sich um eine nicht-invasive, nicht schmerzhafte und einfach durchzuführende Untersuchung der Haut, die häufig mit Hilfe einer Untersuchungslupe oder eines so genannten Dermatoskops durchgeführt wird. Das Dermatoskop ist ein diagnostisches Instrument, mit dem auch tiefere Hautschichten betrachtet werden können. Insbesondere Melanome lassen sich mit Hilfe eines Dermatoskops sehr gut untersuchen. 

Werden beim Hautkrebsscreening auffällige Hautveränderungen bemerkt, so können diese vom Hautarzt mit Hilfe eines Video-Dermatoskops fotografiert oder gefilmt und gespeichert werden. So ist eine besonders aussagekräftige Verlaufskontrolle möglich. Beim Verdacht auf Hautkrebs wird hingegen eine Biopsie durchgeführt, damit das mutmaßliche Tumorgewebe feingeweblich untersucht werden kann. Die weitere Behandlung richtet sich nach Art und Größe des Tumors. 
Da die Heilungschancen bei allen Arten von Hautkrebs im Frühstadium besonders hoch sind (bis zu 100%) und Hautkrebs auch schon in jüngeren Jahren auftreten kann, ist es wichtig, regelmäßig am Hautkrebsscreening teilzunehmen, um etwaige Tumore so schnell wie möglich zu erkennen und zu entfernen. Eine regelmäßige Teilnahme am Hautkrebsscreening kann somit Leben retten. 


Das Dermatoskop

Das Dermatoskop, auch Auflichtmikroskop genannt, ist ein diagnostisches Präzisionsinstrument, bestehend aus einem Linsensystem und einer Lichtquelle, das eine vergrößerte Betrachtung tieferer Hautschichten ermöglicht. Häufig wird das Dermatoskop in Verbindung mit einer Kontaktflüssigkeit verwendet - es gibt mittlerweile aber auch Dermatoskope mit polarisiertem Licht, die eine kontaktfreie Untersuchung ermöglichen. Dermatoskope werden im Rahmen des Hautkrebsscreenings meist zur Beurteilung pigmentierter Hautveränderungen verwendet. Sie eignen sich insbesondere zur Einordnung von melanozytären und nicht melanozytären Tumoren. 

Besonders beliebt sind digitale Dermatoskope, mit denen die Hautuntersuchung in Form von Fotos und Videosequenzen dokumentiert werden kann. So lassen sich besonders präzise Verlaufskontrollen durchführen. Außerdem können die Aufnahmen innerhalb weniger Minuten an andere Ärzte zur Beurteilung weitergeleitet werden. 
Die Marke DermLite bietet eine besonders große Auswahl an konnektierbaren Dermatoskopen, die sich mit Hilfe eines Adapters an Digitalkameras oder mobile Endgeräte, wie z. B. Smartphones oder Tablets, anschließen lassen.