Krebserkrankungen - Allgemeine Informationen 

Unter Krebs versteht man eine bösartige Neubildung von Gewebe bzw. die Bildung bösartiger Tumore durch Veränderungen in bestimmten Abschnitten der Erbsubstanz. Je älter ein Mensch wird, desto wahrscheinlicher werden solche Veränderungen. Das mittlere Erkrankungsalter für die meisten Krebserkrankungen liegt dementsprechend bei ca. 69 Jahren. Einige Krebsarten treten jedoch schon deutlich früher auf. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Hodenkrebs beispielsweise bei 38 Jahren. 

Krebszellen sind Zellen, die sich unkontrolliert teilen, obwohl keine neue Zellen benötigt werden, und die wachstumshemmende Signale aus der Zellumgebung ignorieren. Krebszellen können benachbarte, gesunde Zellen sowohl verdrängen als auch infiltrieren und zerstören. Auch besitzen die meisten Krebszellen die Möglichkeit, sich aus dem Tumor zu lösen und sich über Blut und Lymphe auf andere Organe auszubreiten. Bei den meisten Patienten führt nicht der Primärtumor zum Tode, sondern die Schäden, die die Metastasierung anrichtet. 

Die häufigsten in Deutschland diagnostizierten Krebsarten sind Lungenkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs, Hautkrebs und Darmkrebs.  
Da Krebs sich im Frühstadium meist gut behandeln lässt, ist es besonders wichtig, regelmäßig an den entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen.


Weltkrebstag soll Bevölkerung sensibilisieren 

«Wir können. Ich kann.» unter diesem Motto steht der Weltkrebstag am 04.02.2017. Der 2006 ins Leben gerufene Aktionstag findet jährlich statt und soll die Öffentlichkeit für die Prävention, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen sensibilisieren. 

Vor allem die Vorsorge und Früherkennung spielt bei der Bekämpfung von Krebserkrankungen eine wichtige Rolle. Je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser sind meist auch die Heilungschancen. Viele Krebsfrüherkennungsuntersuchungen werden deswegen auch von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. 

Der Weltkrebstag steht von 2016 bis 2018 unter dem Motto «Wir können. Ich kann.» Die Weltkrebsorganisation möchte mit diesem Motto hervorheben, dass sich jeder - egal ob Einzelperson oder Gruppe - im Kampf gegen Krebs engagieren kann. 

In dieser Themenwelt möchten wir Ihnen wichtige Informationen und verschiedene Produkte rund um die Themen Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung vorstellen. 


Hautkrebs-Screening

Das Hautkrebs-Screening 

Eine der bekanntesten Krebs-Vorsorgeuntersuchungen ist das Hautkrebs-Screening, das in Deutschland von Dermatologen und Hausärzten mit entsprechender Qualifikation durchgeführt werden kann. 

Beim Hautkrebs-Screening wird die Haut des Patienten eingehend auf Hautveränderungen hin untersucht. Ziel ist die frühzeitige Diagnose von Tumoren, da die Heilungschancen bei Hautkrebs im Frühstadium besonders hoch sind. 

Das Screening wird häufig mit einem Dermatoskop durchgeführt, da dieses auch den Blick auf tiefere Hautschichten gewährleistet. Die meisten Dermatoskope können an eine Kamera angeschlossen werden und erlauben eine Dokumentation der Untersuchungsergebnisse. Das vereinfacht die Verlaufskontrolle für den Arzt erheblich und stellt sicher, dass eine vergleichende Beurteilung auch dann noch möglich ist, wenn mehrere Monate zwischen den Untersuchungen liegen. 
Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen die Kosten für das Hautkrebsscreening ab 35 Jahren im 2-Jahres-Abstand. 

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Hautkrebs-Screening


Gynäkologische Krebsvorsorge 

In der Gynäkologie spielen vor allem der Gebärmutterhalskrebs und der Brustkrebs eine wichtige Rolle. Mit über 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. 

Die Brustkrebs-Vorsorge sieht für Frauen ab 30 Jahren eine jährliche Tastuntersuchung der Brust und für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren eine im 2-Jahres-Abstand stattfindende Mammographie vor. 

Zur frühzeitigen Feststellung von Veränderungen am Gebärmutterhals wird bei Frauen ab 20 Jahren im Jahres-Rhythmus ein Zell-Abstrich (auch PAP-Test genannt) durchgeführt. Die mit einem Spatel oder Bürstchen entnommenen Zellen werden in Hinblick auf die Krebsdiagnostik in verschiedene Gruppen eingeteilt. Durch die Einführung des PAP-Tests wurde die Anzahl an Gebärmutterhalskrebs-Neuerkrankungen deutlich reduziert. 

Bei Praxisdienst finden Sie alles, was Sie zur Durchführung von Krebsvorsorgeuntersuchungen in der Gynäkologie benötigen. Wir bieten Ihnen sowohl Abstrichtupfer, als auch Objektträger und Lehrmaterial rund um die Brusttast-Untersuchung. 

Gynäkologische Krebsvorsorge


Der PSA-Test als Ergänzung zur Tastuntersuchung 

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Die Ursachen für die Entstehung von Prostatakarzinomen sind bisher im Wesentlichen unbekannt. Neben dem Alter spielen aber wohl auch die männlichen Geschlechtshormone eine Rolle. Ab 45 Jahren haben Männer in Deutschland einmal pro Jahr Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Prostatakrebs. Diese umfasst die Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane, die Tastuntersuchung der Prostata und der Lymphknoten in der Leiste. Da die Prostata vom Enddarm aus abgetastet wird, sind Tumore, die auf der dem Darm abgewandten Seite der Prostata liegen, durch die Tastuntersuchung nicht zu erkennen. Auch sind Tumore in der Regel erst ab einer gewissen Größe tastbar und befinden sich demnach nicht mehr im Frühstadium. 

Ergänzend zur Tastuntersuchung bieten viele Ärzte deswegen den PSA-Test an, der zwar nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, aber von vielen als sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Früherkennung angesehen wird. Bei diesem Bluttest wird das Prostata-spezifische Antigen nachgewiesen, das ab einer bestimmten Konzentration Hinweise auf das Vorliegen von Prostata-Tumoren geben kann.